Sonntag, 13. August 2017

Il Peposo dell'Impruneta und die Domkuppel von Florenz


Was hat der Peposo aus der Toskana mit der Kuppel von Santa Maria del fiore, des Doms von Florenz, gemeinsam? Ein Schmorgericht aus der Toskana und ein Zeugnis großartiger Renaissance-Architektur?
Auf den ersten Blick könnte man das Gericht mit Gulasch - in Ungarn nennt sich das Pörkölt - verwechseln. Aber während die weltbekannte Fleischspezialität einst schlichte Mahlzeit der Magyaren war - ein einfacher Eintopf der Rinderhirten -, soll der Peposo in Florenz angeblich sogar von dem Renaissance-Baumeister Filippo Brunelleschi (1377 - 1446) erfunden worden sein; jener Künstler-Architekt, der die gewaltige Kuppel für den Dom entworfen hatte. Zumindest soll er das einfache, ungewürzte Gericht um den Pfeffer bereichert haben.




Man erzählt sich, dass die Arbeiter - die sogenannten Fornacini - aus Impruneta, einem Städtchen auf den Hügeln bei Florenz, dieses Gericht oft nach ihrer kräftezehrenden Arbeit gegessen hatten, um wieder zu Kräften zu kommen. Impruneta war berühmt für seine Keramikarbeiten; der Lehm dafür kam aus der Gegend. Die Fornacini nun stellten die Ziegeln für die Kuppel her; eine sicherlich schweißtreibende und schwere Arbeit. Peposo, Brot und Wein - das gab genügend Power, eine der großartigsten Architekturen der Toskana zu verwirklichen.






Wie schon bei einem anderen Gericht der Toskana, den Fagioli al fiasco, wurde in der Vergangenheit für die Zubereitung die Resthitze eines Kamins oder Ofens genutzt, um das Fleisch über Stunden zu schmoren. Und sicher wurde der Peposo in dieselben Öfen geschoben, in denen auch die Ziegel gebrannt wurden. Das Fleisch wurde vorher, wie auch beim Originalrezept für ungarisches  Gulasch/Pörkölt, nicht angebraten. Angeblich gaben die Fornacini allerdings noch eine Lage Schmalz unter das Fleisch; diese zusätzlichen Kalorien haben wir natürlich nicht mehr nötig, wer baut heute noch an einer Domkuppel? Und wir Mädels dürfen uns auch freuen: Das Gericht ist nämlich fettarm und sehr figurfreundlich!
Für ein authentisches Rezept habe ich mal wieder ausgiebig in meiner Kochbuchbibliothek geschmökert. Denn ich verlasse mich nicht nur auf die im Internet herumschwirrenden Beschreibungen. Unglaublich, auf was man da so stößt. Ich verschweige die Quellen, aber der Gipfel war dann ein Rezept mit Johannisbeersaft und Harissa; Brunelleschi würde im Grab rotieren, hätte er das gelesen! Natürlich gleicht kein Rezept für Peposo in der Literatur dem anderen. Und da es in der Toskana sicher so viele Versionen von Peposo wie Zypressen am Wegrand gibt, hatte ich die Qual der Wahl - und mich letztlich für die "Urversion" entschieden. Ohne Soffritto, ohne Zwiebeln, dafür aber mit einem guten Chianti Classico. Und jeder Menge frisch gemörsertem Pfeffer.





Zutaten
(für 3-4 Personen)

  • 1 Kg Rindfleisch zum Schmoren (Original: Aus der Wade)
  • 10 g schwarzer Pfeffer, frisch gemörsert
  • 2 Tomaten (fakultativ)
  • 5 Knoblauchzehen, geschält
  • 1 frisches Lorbeerblatt
  • 1 Zweig Rosmarin
  • 2-3 Salbeiblätter
  • 500 ml Chianti Classico
  • Salz


Das Fleisch in nicht zu kleine Würfel schneiden, Kräuter grob hacken (mit Ausnahme des Lorbeerblatts). Tomaten anritzen, mit kochendem Wasser übergießen, abschrecken, häuten, entkernen und würfeln.




Alle Zutaten in einen Bräter geben und zugedeckt ca. 2,5 bis 3 Stunden schmoren lassen. In der letzten halben Stunde den Deckel abnehmen, damit der Wein gut einkocht. Das Fleisch sollte nicht in viel Sauce "schwimmen", aber es sollte noch genug zum Tunken übrigbleiben. Die Sauce hat sich auf den Fotos leider ein wenig hinter den Fleischbröckchen versteckt.
Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Dazu passen geröstetes Brot und Cannellini-Bohnen. Und selbstverständlich ein guter Chianti Classico.




Rezept für:





Verkocht und getrunken:
Castellare di Castellina
Chianti Classico
2015




♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Sonntag, 6. August 2017

Versüßt den Road Trip: Chewy White Chocolate Macadamia Cookies



Als hätte ich es geahnt: Mein Mann musste aus familiären Gründen an diesem Wochenende nach Deutschland aufbrechen. Am wahrscheinlich heißesten Wochenende des Jahres, an dem ich gerne ans Meer oder in die Berge geflüchtet wäre. So verkrümele mich zu Hause; unmöglich, für längere Zeit vor die Tür zu gehen. Apropos "verkrümeln". Die Macadamia-Nüsse mussten weg, länger hätten sie in der heißen Küche nicht mehr durchgehalten. So wurde ich schon vor ein paar Tagen zum "Krümelmonster" und buk "Road-Trip-Cookies". Warum die so heißen? Da muss ich etwas ausholen.
Wenn man lange Strecken zum gefühlt tausendsten Male fährt, entwickelt man skurrile Verhaltensweisen. Selbst der schäbigste Autogrill (italienische Raststätten) wird da zum Schlaraffenland (über das deutsche Pendant decken wir lieber gleich den Mantel des Schweigens, aber am Ende dieses Postings findet Ihr für die nächste Italienreise die Koordinaten für DEN Autogrill, wo sich ein Stopp wirklich lohnt.*). Nach Caffè und Spremuta (frisch gepresster Saft) und dem Aufsuchen von gewissen Örtlichkeiten für kleine Königstiger(innen) folgt der Gang durch die ungesunde Abteilung. Plätzchen, Chips, kleine Mini-Salami und Schokolade - all die "Leckereien", die, mit Ausnahme von Schokolade für Desserts oder Kuchen, nie im Einkaufskörbchen landen, feiern bei diesen Gelegenheiten "fröhliche Urständ". Ich sage nur: Gummibärchen! Möglichst die saure Sorte mit ganz viel Zucker...
In den Beifahrer-Phasen stopfe ich dann aus Frust schon einmal so etwas in mich hinein. Ich glaube, das kommt durch die elende Ödnis der langen, oft nächtlichen Autofahrten, an deren Ende selten fröhliche Urlaubstage winken.




Seit einiger Zeit bereichern amerikanische Cookies in verschiedenen Geschmacksrichtungen das Angebot in den Raststätten. Mein Favorit: Macadamia und weiße Schokolade.
Die mussten einfach nachgebacken werden! Ein Tütchen davon habe ich nun meinem Mann neben Wasser, Trinkjoghurt und Pülverchen zum Auffüllen der durch die Hitze verloren gegangenen  Magnesium- und Kalium-Speicher mitgegeben. Zu meiner Ehrenrettung darf ich sagen: Ich bereite für lange Reisen gerne kleine Lunchboxen vor: mit Gurken, Tomaten, hartgekochten Eiern und belegten Broten. Oft kommen noch Äpfel hinzu; lauter gesunde Sachen! Immer öfters fahren wir auch, wunderbar beraten durch unseren "Slow-Food-Führer", von der Autobahn ab und suchen uns eine nette kleine Trattoria.  Aber zwischendurch heißt es:
"Cookies, cookies!"



Zutaten
(Für ca. 22 Stück)


  • 250 g Butter
  • 280 g Mehl, gesiebt
  • 1 P. Backnatron
  • 100 g brauner Zucker
  • 130 g weißer Zucker
  • 1/2 Tl Salz
  • 1 Tl Vanillearoma
  • 2 Eier
  • 140 g Macadamia-Nüsse
  • 100 g weiße Schokotropfen (ersatzweise weiße Schokolade, grob gehackt)


Den Backofen auf 190 Grad vorheizen (Ober- und Unterhitze) und Backbleche mit Backpapier auslegen.
Die Macadamia-Nüsse grob hacken.
Die weiche Butter mit dem Zucker und dem Salz zu einer geschmeidigen Crème rühren. Das Vanillearoma hinzufügen und die Eier einzeln einarbeiten. Ein wenig Mehl abnehmen und mit dem Natron mischen.
Das Mehl nach und nach unter den Teig rühren, zum Schluss die Mehl-Natron-Mischung unterrühren.
Unter den Teig die gehackten Macadamia-Nüsse sowie die Schokoladentropfen heben.
In großen! Abständen Teig-Häufchen auf das Backpapier setzen; ich benutze dazu einen Eisportionierer. Beim Backen läuft der Teig flach auseinander.
Die Cookies ungefähr zehn Minuten backen. Danach auf dem Blech unbedingt etwas abkühlen lassen; sie sind sehr weich. Zum vollständigen Erkalten auf ein Kuchengitter legen.
Wie lange sich die Cookies frisch halten? Keine Ahnung, die werden sich nicht lange "halten"...


*Autostrada A1 Mailand-Bologna, Richtung Bologna, Autogrill "Secchia Ovest", ca. 10 Kilometer  von Modena entfernt.
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♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Dienstag, 1. August 2017

Von heißen Tagen und kalten Nudeln: Pasta fredda con pomodori confit, zucchini, ricotta salata e menta



Wie definiert man eigentlich "schönes Wetter"?
Ganz sicher gehören die verregneten Sommertage in Deutschland nicht dazu. Und natürlich erweckt es einen gewissen Neid, wenn ich über meine Temperaturen berichte. In den sozialen Netzwerken wie Facebook unterhält man sich ja gerne mal über das Wetter. Meist wird gejammert; ich nehme mich da nicht aus. 36 Grad erwähnte ich da kürzlich, und es ließ nicht lange auf sich warten, bis der erste Kommentar erschien - so von wegen "wollen wir nicht tauschen?" Ich war mal wieder zu beneiden, denn wir im Süden haben angeblich immer - ich sage: immer! - das "bessere" Wetter. Nun gut, einen verregneten Sommer wünsche ich mir auch nicht, auch spitzte sich die Lage in Deutschland mit Überschwemmungen und Hochwasser dramatisch zu.
Aber halt! Waren die Temperaturen im Juni nicht auch im Norden auf über 30 Grad geklettert? Für fast eine Woche lang? Auf einmal erschien die Schönwetterlage unerträglich zu sein für meine Landsleute. Zuerst wurde das Kochen eingestellt, es gab überall nur noch Salate (angeblich, was man halt so mitbekommt bei FB und Co.). Ich war am Überlegen. Wie machen wir das eigentlich hier im Süden? Führen wir monatelang eine Art "Hasendasein" und knabbern Rohkost?
Ich habe weiterhin tapfer gekocht. In einer Küche, in der die Temperaturen seit Wochen nicht unter die 30-Grad-Marke fallen. Sogar einen Gulasch gab es einmal, was bei uns doch eher im Winterhalbjahr auf dem Teller landet. Aber wenn die Lust auf ein gewisses Gericht hochkommt, dann lasse ich mir das auch nicht vom Wetter vermiesen.
Bei der ganzen Wettersituation, bei der jeder besonderes Mitgefühl für sich beansprucht (und auch wieder fasse ich mir an die eigene Nase), spielt natürlich auch die Dauer eine Rolle. Eine Woche, zwei Wochen Hitze - das ist alles nicht schlimm. Aber bei uns hält es unterdessen seit Wochen, ja Monaten an.





Mittlerweile ist die Trinkwasserversorgung in Rom gefährdet, was sicher nicht nur auf den mangelnden Regen zurückzuführen ist. Die Brunnen sprudeln dabei unentwegt weiter, sind sie doch für die Touristen auch einen Art Hauptattraktion. Was wäre Rom ohne seine prächtigen Brunnen, scheinen viele zu denken. Gestern konnte ich unter einem Artikel über die Wasserkrise von Rom folgende Kommentare eines Herren lesen.
"Die Brunnen gehören zu Rom ... Die Idee diese paar Kubikmeter Wasser sparen zu wollen wäre lächerlich….Im Verhältnis zum Gesamtverbrauch von Rom ist es unbedeutend.Aber die Deutschen sparen immer am Luxus und nicht an der Notwendigkeit ... Rom sieht dies zum Glück anders….Die Brunnen sind in Betrieb und die Spießer werden nicht gefragt, gut so ... PUNKT"
Sicher, die Mehrheit der Romreisenden denkt glücklicherweise so nicht! Aber bei dem Verhalten vieler Touristen ist so eine Einstellung für mich nicht überraschend. Es geht ja nicht nur um den "Luxus" der Einwohner, wenn Wasser knapp werden sollte. Man denke nur mal an Krankenhäuser, Altenwohnheime etc...Dass dann auch die Hotels und Restaurants täglich viele Stunden ohne Wasser dastehen würden, hat der gute Mann, für den allein die Präsentation der Stadt, der schöne Schein, gewahrt bleiben muss, nicht bedacht.
Allein die Brunnen an der Piazza Navona verbrauchen jährlich 158 Millionen Liter Wasser*; so viel, wie ein Dorf mit 2000 Einwohnern.

In "unserer" Strasse

Am Campo de' fiori


Ein Nasone (Fontanella) an der Via Appia Antica


Die für Rom so charakteristischen Nasoni, auch Fontanelle genannt, sind 2800. Sie liefern Tag und Nacht Trinkwasser; ein großer Teil davon wird direkt wieder in die Kanalisation gespült. Könnte man hier nicht wenigstens Hähne zum Zudrehen anbringen?


Wir haben erfolgreich verdrängt, wer uns dieses Fontanella-Modell einst geschenkt hatte.
War es etwa ein ehemaliger Chef des Wasserunternehmens, das nun 45 Prozent des
Wassers in den Untergrund rieseln lässt...


Fürs erste haben wir noch Wasser, es wird vorerst nicht stundenweise abgestellt. Aber die Hitze hält an. Diese Woche soll es bis zu 44 Grad heiß werden; der Wetterdienst der Aeronautica Militare (Luftwaffe), der die exaktesten Messungen für sich beansprucht, korrigiert die Temperaturen täglich nach oben. Ich denke, da will langsam niemand mehr mit mir tauschen. Es ist Sommer, aber das Leben findet drinnen statt. Bei den Restaurants wird angefragt, ob man nicht in den klimatisierten Räumen sitzen dürfe. Die Strassen leeren sich, die Römer fliehen ans Meer oder in die Berge. Wir harren aus. Tag und Nacht summt die Klimaanlage - ich sehne mich nicht nur nach ein wenig Abkühlung, sondern auch nach Stille. Manchmal esse ich gefrorene Weintrauben, die mir etwas Erleichterung verschaffen. Denn die Wohnung hat sich aufgeheizt - Klimatisierung hin oder her. Die dicken Wände in den alten Palazzi haben inzwischen die Hitze gespeichert - auch für die Nacht.


Immer gut informiert durch den Wetterdienst der Luftwaffe



Das "schönere" Wetter im Winter? Schön wär's! Fragt mal die Expats hier. "Nie haben wir so gefroren wie in Rom", hört man da. Denn die alten Heizungen bringen keine kuschelige Wärme in die Räume. Da habe ich auch schon bei 14 Grad gefrühstückt. Mein Bad hat dünne Wändchen, klebt wie ein Schwalbennest an der Hausfassade auf rostigen Stelzchen (ich sollte nicht zunehmen), da nachträglich an einen über 500 Jahre alten Palazzo angebaut. Duschen erfordert da täglich neue Überwindung, wenn es draußen kalt ist. Aber das ist eine andere Geschichte.

Vorerst bleibt es heiß, und damit kommen wir endlich wieder auf Kulinarisches zu sprechen. Birgit vom Blog "Backen mit Leidenschaft" richtet zusammen mit der lieben Zora vom "Kochtopf "einen sommerlichen Blogevent aus: World Wide Sommer Food. Birgit backt wirklich mit Leidenschaft, ist aber auch den pikanten Dingen nicht abgeneigt. Deshalb fragt sie: Was isst man so an sommerlichen Tagen rund um die Welt?
Auf jeden Fall isst man in Italien gerne kalte Pasta. Die gibt es fast in jeder Bar, wo sie im Sommer hinter dem Glastresen neben den allgegenwärtigen Tramezzini und Panini präsentiert wird. Dabei meist in der klassischen Version mit Tomaten, Mozzarella und Basilikum. Wir lieben das, und in der heißen Jahreszeit kommt Pasta fredda bei uns jede Woche auf den Tisch.
Und die folgende Version ganz bestimmt noch öfters.




Zutaten
(für zwei bis drei Personen)


  • 500 g Kirschtomaten
  • 300 g Zucchini ("romaneschi", die hellgrüne, gerippte Sorte)
  • 1 Knoblauchzehe
  • Minzblätter
  • 100 g Ricotta salata (ersatzweise Feta)
  • Salz (Fleur de sel), frisch gemahlener Pfeffer
  • 1 gehäufter Tl (brauner) Zucker
  • 1/2 Tl Kurkuma, gemahlen
  • Olivenöl extra vergine
  • 250 g Fusilli


Wichtig für alle Arten von Pasta fredda - dem italienischen Nudelsalat: Alle Zutaten müssen vollständig abgekühlt sein, bevor man sie miteinander vermischt.



Zunächst für die Pomodori confit die Tomaten vorbereiten: Waschen, halbieren und die Tomatenhälften auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Mit Fleur de sel und Zucker bestreuen und mit Olivenöl beträufeln. Im vorgeheizten Backofen (Ober- und Unterhitze, ca. 140 Grad) ungefähr drei Stunden trocknen lassen.




Die Zucchini in dünne Scheiben hobeln und in heißem Olivenöl braten; sie dürfen gerne etwas braun werden. Mit kleingeschnittener Minze, etwas Kurkuma und Salz würzen. Bis zur weiteren Verwendung auf Küchenpapier auskühlen lassen.
Die Pasta al dente kochen. Man kann sie beim Abkühlen mit etwas Olivenöl vermischen, damit sie nicht zusammenklebt.
Die Ricotta salata grob raspeln.
Alle Zutaten mit der kleingehackten Knoblauchzehe vermischen, mit Salz und Pfeffer abschmecken und eventuell noch etwas Olivenöl dazugeben.
Vor dem Servieren kaltstellen.

*Quelle: Comune di Roma, Assessorato alle Politiche Culturali e della Comunicazione, Sovraintendenza ai Beni Culturali


Blog-Event CXXXIII - World Wide Summerfood (Einsendeschluss 15. August 2017)



♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Mittwoch, 19. Juli 2017

Die Tomate in ihrer coolsten Version: Granita di pomodoro




Peppt jeden Salat auf und sorgt für den coolsten Auftritt einer Tomate neben Mozzarella:

Granita di pomodoro

Ich weiß: Bei einer Granita rennt man jede halbe Stunde zum Freezer und muss umrühren und auflockern. Aber sonst ist diese Eis-Spezialität so unkompliziert herzustellen, dass sich die Wege in die Küche lohnen. Granita di limone oder Granita al caffè sind die Dauerbrenner in den heißen italienischen Sommermonaten. Mein Favorit bleibt Granita di mandorla, eine Spezialität aus Sizilien, in dessen Küche Mandeln immer wieder eine herausragende Rolle spielen. Überhaupt ist eine Granita die sizilianische Version von Speiseeis; das Wort leitet sich von der lateinischen Bezeichnung für Korn - "Granum" - ab.  Meine erste selbst hergestellte Granita aber ist pikant!
Bei dieser Hitze gibt es kaum etwas Erfrischenderes als einen Salat oder auch nur eine Mozzarella mit Tomaten. Mit aromatischen, saftigen, vollreifen Tomaten!
Genau diese braucht man auch zur Herstellung der Granita.





Zutaten
(für vier Personen)


  • 700 g saftige, reife Tomaten
  • 3 Tl Rotweinessig
  • 1 Tl brauner Zucker
  • Salz
  • Tabasco


Ein engmaschiges Sieb über eine Schüssel legen. Die Tomaten halbieren und über dem Sieb ausdrücken, indem man die Hälfte am Anschnitt gegen das Sieb presst. Soviel Saft wie möglich aus den Tomaten quetschen. Den Tomatensaft mit dem Rotweinessig und dem Zucker verrühren. Mit Salz und Tabasco abschmecken.
Den Saft in eine flachere Schüssel gießen, mit Klarsichtfolie abdecken und für ungefähr ein Stunde in den Tiefkühler stellen.
Nach einer Stunden die Granita hervorholen und die sich am Rand gebildete, gefrorene Kruste mit Hilfe einer Gabel mit dem noch flüssigen Saft verrühren.
Schüssel wieder in den Tiefkühler stellen. Alle halbe Stunde diese Prozedur wiederholen, bis eine krümelige Granita entstanden ist.
Die Tomaten-Granita entweder auf einem gemischten Salat anrichten oder eine Mozzarella-Kugel halbieren, etwas aushöhlen und mit der Granita füllen.
Vielleicht habt Ihr noch weitere Ideen, was man mit einer Granita di pomodoro alles anstellen kann? Dann immer her damit!



♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Dienstag, 11. Juli 2017

Heute schon "gedetoxt"? Grüne Gazpacho



Eine ganze Nation ist im "Detox-Fieber". Mindestens zweimal jährlich! Kurz nach Weihnachten muss man sich der über den Winter angesammelten Giftstoffe entledigen, denn in der Ferne winkt die Freiluft-Saison, der man frisch und schlank entgegentreten möchte. Nach dem Sommer dann, also spätestens nach dem "Ferragosto" am 15. August, gilt es, sich mit einer entgiftenden Diät auf den großen "rientro" (kurz und knapp für die Rückkehr in die Städte nach dem Urlaub), regelmäßig begleitet von einer ausgewachsenen Depression, vorzubereiten, um diesen in "serenità" (Heiterkeit/Gelassenheit) zu überleben. Man braucht die Stichworte nur einmal zu googeln. Was ploppt auf: "Tecniche per vivere al meglio il rientro delle vacanze" ("Kniffe, um die Rückkehr aus dem Urlaub gut zu überstehen", frei übersetzt). Meine Weisheiten diesbezüglich entnehme ich regelmäßig diversen Wochenendbeilagen der großen Tageszeitungen wie dem "Corriere della sera" oder der "La Repubblica", die ich am Sonntagmorgen kurz durchblättere.
Und die die Diäten erst! Aber darüber hatte ich ja schon an dieser Stelle berichtet.
Ganz Italien huldigt auch seit einiger Zeit dem "Super-Food-Trend". Dass da die Avocado dazugehört, ging mir auch erst kürzlich auf. Ich esse seit Jahren gerne Avocados, ohne dass ich denen einen besonderen Status beigemessen hätte. Natürlich wusste ich, dass sie ziemlich gesund sind. Aber dieser jüngste Kult inklusive "Avocado-Bars" war mir neu. Natürlich gibt es jetzt schon wieder die ersten Kritiken an dieser Verherrlichung der Avocado, da deren Anbau Unmengen von Wasser verschlingen soll. Also dann schnell noch einmal ein Rezept damit, bevor man mit den Kernen der Früchte gesteinigt wird.
Die Idee für diese grüne Gazpacho habe ich einer dieser bereits erwähnten Beilagen entnommen (Stichwort: "Avocado e semi detox"*), allerdings in den Zutaten etwas abgewandelt. Vielleicht hätte ich das Ganze noch mit ein paar Chia-Samen als besonderes I-Tüpfelchen eindicken und damit eine neue Gazpacho-Variante erfinden sollen.
Wie auch immer, denn wie sagt der Bayer: "Wenn's schee macht!"






Zutaten
(für 2 Personen)


  • 1 (hellgrüner) Zucchino
  • 1 Gärtnergurke
  • 1 handvoll grüne kleine Tomaten
  • 1/2 halbe Avocado
  • 50 g glatte Petersilie
  • Saft einer Zitrone
  • 1 El weißer Balsamessig oder Apfelessig
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer
  • kaltes stilles Mineralwasser



  • 2 El Sonnenblumenkerne
  • Minzblättchen
  • bunte Kirschtomaten
  • Eiswürfel
  • ein paar Spritzer grüne Tabasco-Sauce (fakultativ)


Die Gurke und den Zucchini schälen und in Stücke schneiden. Mit dem Essig beträufeln. Avocadohälfte würfeln und mit dem Zitronensaft begießen. Petersilie waschen, trockenschleudern und die Blättchen von den Stängeln zupfen. Alle Zutaten in einem Standmixer pürieren, dabei soviel kaltes Wasser zugeben, dass eine nicht zu dicke Konsistenz entsteht. Mit Salz und Pfeffer, wer mag, noch mit Tabasco, abschmecken.
Die Gazpacho für ein paar Stunden kaltstellen.
Sonnenblumenkerne in einer beschichteten Pfanne anrösten, die bunten kleinen Tomaten halbieren.
Die Gazpacho mit den Sonnenblumenkernen, Tomatenhälften und Minzblättchen garnieren. Eventuell noch ein paar Eiswürfel hineingeben.

*Io donna, 8. Juli 2017

♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Donnerstag, 29. Juni 2017

Fürs Picknick-Körbchen: Farfalle al pesto di foglie di ravanelli



Jeden Sommer träume ich davon aufs Neue: Von einem üppigen Picknick, bei dem stilvoll alle Klischees erfüllt werden; so richtig nach Rosamunde-Pilcher-Art. Die edle Decke, auf der man sich niederlässt, darauf ein aus Weiden geflochtenes Picknick-Körbchen (habe ich sogar, staubt auf einem Schrank vor sich hin), Geschirr aus Porzellan und feine Leckereien sowie eisgekühlte Getränke. Das alles möglichst noch mit Blick aufs Meer beim Sonnenuntergang.
Kitsch as Kitsch can!
In der Realität haben wir es, soweit ich mich erinnern kann, gerade einmal geschafft mit einem sommerlichen Picknick am Strand. Das lief dann so ab: Nach einem Tag am Meer eine Mischung aus Salzwasser, Sonnencrème und Sand auf der Haut. Es meldet sich der Hunger.
Die Kühlbox, die wir von weit her angeschleppt hatten (Parkplatz-Flaute in Strandnähe), fing an zu schwächeln (soviel zum stilvollen Picknick-Korb - Ihr wisst schon, jener, der auf dem Schrank langsam einstaubt) - wir schwächelten auch! Also Inhalt kontrollieren und aufessen, bevor alles zerfließt.
Pasta fredda, meine Lieblingspasta in den heißen Sommermonaten, war auch dabei. Das weiß ich noch ganz genau. Dazu etwas Obst - Melonenstücke - und Mineralwasser. Nichts mit Champagner im Kristallglas. Nichts mit feinem Porzellan und kleinem Wiesenblumen-Sträußchen - am Meer ersatzweise auch Muscheln - auf der Decke; wir quetschten uns auf der Luftmatratze zusammen.
Die Pasta schlummerte damals im Tuppertöpfchen; absolut Instagram-untauglich.
Aber so muss es in Zukunft nicht ablaufen, denn für was gibt es hübsche, gut verschließbare Gläser?



Sommer, Sonne, Pastaglück, so heißt der  sommerlicher Blogevent, den die liebe Maja von Moey's Kitchen zusammen mit Zorra im Kochtopf ausrichtet.

Sommer, Sonne, Pastaglück!

Das ist doch mein Thema! Den von allem habe ich mehr als genug! Es geht um Nudelsalat, genauer gesagt um:

Nudelsalat im Glas 

Darüber hat Maja auch ein Kochbuch verfasst, das ich leider - noch! - nicht kenne.
So ein Nudelsalat im Glas ist perfekt zum Mitnehmen, entweder zum Sonntagsausflug oder auch ins Büro. Und ich kann endlich wieder in Picknick-Träumen schwelgen.




Zutaten
(für ein Glas von 750 ml Inhalt = 1 Portion)


  • 1 Bund Radieschen mit Grün
  • 15 g Pistazien + 1 El Pistazien zum Bestreuen
  • 20 g Parmigiano Reggiano, frisch gerieben
  • 50 ml Olivenöl extra vergine
  • 40 g Feta
  • Salz
  • 100 g Farfalle (oder andere kurze Pasta)


Die grünen Blätter der Radieschen waschen und trockenschleudern; man benötigt ungefähr 40-50 Gramm.
Zusammen mit den Pistazien, dem Parmigiano, etwas Salz und dem Olivenöl ein Pesto herstellen.



Die Pasta al dente kochen, abgiessen und abkühlen lassen. Dann mit dem Pesto mischen (ich weiche hier von der Vorgabe ab, Zutaten wie Pesto zuerst ins Gläschen zu füllen und darauf die Pasta zu geben. Meiner Ansicht nach schadet es nicht, diese beiden Komponenten gleich zu vermischen).
Pasta in das Glas geben.
Drei bis vier Radieschen fein hobeln und die Scheiben auf die Pasta legen.
Den Feta würfeln und auf die Radieschen geben.
Zum Schluss die übrigen Pistazien grob hacken und über den Feta streuen.

Weitere Rezepte für Pasta fredda, der italienischen Version des Nudelsalats, gibt es hier:




Blog-Event CXXXII - Pastaglueck (Einsendeschluss 15. Juli 2017)


♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Samstag, 24. Juni 2017

Schmeckt wie Sommer in Frankfreich und lädt zum Träumen ein: Clafoutis au cacao et aux framboises



Warum nicht ein wenig von Frankreich träumen, obwohl man selbst im schönsten Land der Welt sitzt? Ob es wohl da zur Zeit auch so heiß ist wie hier?
Trotz der Hitze habe ich gestern Kirschmarmelade gekocht; meine Fingerspitzen zeugen noch davon. Bei Kirschen muss ich immer an Clafoutis denken, denn das französische Dessert wird, wenn man es ganz genau nehmen möchte, mit Kirschen zubereitet.
Aber die "Entkernungsorgie" gestern in meiner über 30 Grad heißen Küche hatte gereicht!




Warum dann also nicht Clafoutis mit Himbeeren zubereiten? Und warum nicht ein bisschen Kakao untermischen? Und wenn wir schon dabei sind: Mandelblättchen passen doch auch ganz gut dazu. Und ein wenig Crème fraîche kann dem Teig auch nicht schaden...
So entstand das folgende Rezept für Clafoutis au cacao et aux framboises, dessen Ergebnis Ihr hier sehen könnt.

Also, ab in die Küche, es gibt keine Ausreden wegen der Hitze mehr! So ein Dessert ist blitzschnell zubereitet.
Irgendwie träume ich gerade von Lavendelfeldern. Vielleicht sind es aber auch nur Hitzehalluzinationen.






Zutaten
(für eine flache runde [26 ø] oder rechteckige [30x23cm] Quicheform)



  • 400 g Himbeeren
  • 3 Eier und 1 Eigelb
  • 90 g Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 200 ml Vollmilch
  • 50 g Crème fraîche
  • 10 g dunkles Kakaopulver
  • 1 Tl Vanilleextrakt
  • 60 g Mehl
  • 50 g Mandelblättchen
  • Puderzucker
  • Butter für die Form


Himbeeren vorsichtig waschen und trockentupfen.
Die Quicheform mit etwas Butter einfetten und den Backofen auf 180 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.
Die ganzen Eier und das Eigelb mit einer Prise Salz und dem Zucker schaumig aufschlagen. Vanilleextrakt, Milch und Crème fraîche hinzufügen und unterrühren. Das Mehl mit dem Kakaopulver mischen und über die schaumige Eiermilch sieben. Unterrühren.
Die Himbeeren in der Form verteilen und den Teig darübergießen. Mit Mandelblättchen bestreuen.
Für 40 bis 45 Minuten in den Ofen geben.
Etwas abgekühlt mit dem Puderzucker bestäuben.
Schmeckt am besten noch lauwarm.

Ein weiteres Rezept für Clafoutis gibt es hier:
Clafoutis mit Marsala-Feigen





♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Samstag, 17. Juni 2017

Das Leibgericht des Commissario Montalbano: Pasta 'ncasciata



"Montalbano sono" (wörtlich: ich bin Montalbano)! Wer kennt sie nicht, diese schon fast legendären Worte, mit denen sich der Protagonist der erfolgreichen Krimireihe des Autors Andrea Camilleri gerne vorstellt. Vergleichbar nur mit einem "Bond, James Bond!".
Anders als sein nicht weniger berühmter Kollege aus Los Angeles, Inspektor Columbo, der oft ein gekochtes Ei aus dem schmuddeligen Trenchcoat zieht oder einen Teller Chili con carne am Tresen eines Diners löffelt, ist Montalbano ein echter Feinschmecker und in seinen kulinarischen Vorlieben ganz Kind seiner Heimat. Vor allem liebt er Fischgerichte, und seine Verbundenheit mit dem Meer zeigt er beim ausgiebigen Bad im Meer - entweder vor oder auch nach dem Essen.
Um die komplizierten Fälle und Verstrickungen zu lösen, gönnt er sich genießerisch-meditative Pausen mit den Spezialitäten seiner "terra" - seiner Heimat. Und dafür ist in der Regel die gute Adelina, die "Cameriera" - Haushälterin - des Kommissars aus Catania, zuständig. Beim hungrigen Blick in den heimischen Kühlschrank oder den Backofen findet er immer wieder ihre kulinarischen Hinterlassenschaften: Gli arancini (um diese zuzubereiten, braucht die gute Adelina zwei Tage!), le milanzane alla parmigiana, la caponata di melanzane...

Zusammen mit einem Glas Wein und etwas Brot genießt er gerne in Einsamkeit die Gerichte, die Adelina ihm zubereitet hat:

"Pigliò le pietanze, una bottiglia di vino, il pane, addrumò il televisore, s'assistimò a tavola. Gli piaceva mangiare da solo, godersi i bocconi in silenzio..."*

"Er nahm sich das Essen, eine Flasche Wein, Brot, schaltete den Fernseher ein, setzte sich an den Tisch. Es gefiel ihm, alleine zu speisen, die Häppchen in Stille zu genießen..."

Und dann ist da natürlich die legendäre Pasta al forno von Adelina:

"Andò a casa, si mise il costume da bagno, fece una notata lunghissima, rientrò, s'asciugò, non si rivestì, nel frigorifero non c'era niente, nel forno troneggiava una teglia con quattro enormi porzioni di pasta 'ncasciata, piatto degno dell'Olimpo, se ne mangiò due porzioni, rimise la teglia nel forno..."**

"Er ging nach Hause, zog sich die Badehose an, schwamm sehr lange, kehrte nach Hause zurück, trocknete sich ab, zog sich aber nicht um, im Kühlschrank war nichts, im Ofen thronte eine Auflaufform mit vier üppigen Portionen Pasta 'ncasciata, ein Gericht des Olymps würdig, er aß zwei Portionen, stellte die Form in den Ofen zurück..."




Für die Pasta 'ncasciata unterscheiden sich einige Rezepte in der Zubereitung und der Zusammensetzung der Zutaten. Einige Versionen sehen nur Tomatensugo vor, reichern dafür die Pasta aber mit Salami oder Mortadella an. Bei anderen Rezepten, die Hackfleisch verwenden, wird  der Tomatensugo separat zubereitet und erst zum Schluss unter das Ragù gemischt.
Anders als bei der klassischen sizilianischen Pasta al forno - wie den Anelletti  al forno alla siciliana - werden hier die Zutaten nicht abwechselnd in der Form geschichtet, sondern in einer Pfanne vermengt. Erst dann wird alles in eine Auflaufform gefüllt: Die mit Caciocavallo, Eiern, Ragù und Auberginen angereicherte Pasta wird in einem letzten Arbeitsschritt mit dem geriebenen Parmigiano bestreut und gratiniert.
Von dieser Art der Zubereitung leitet sich auch die (Dialekt-)Bezeichnung "'u ncacio" ab: Der verschlossene Topf mit der Pasta wurde einst in die glühende Kohle gestellt, ja war ganz von der Kohle umschlossen.




Um die Sache möglichst authentisch zu halten - und irgendwie passend zum Thema - habe auch ich schon beim Einkauf wie Commissario Montalbano etwas zur Verbrechensbekämpfung beigetragen. Ich verwende, wie schon bei meinen Anelletti, sizilianische Pasta, deren Getreide von einer Kooperative auf Feldern angebaut wird, die einst im Besitz der Mafia waren und konfisziert wurden. Hier findet man dazu einige Informationen: Libera Terra.




Zutaten
(für 4 Personen)

Ragù


  • 200 g Rinderhack
  • 1 kleine Karotte
  • 1 Stück Selleriestange
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 Dose geschälte Tomaten ("Pelati", ca. 400 g)
  • 1 Glas Weißwein
  • Olivenöl extra vergine
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer


Karotte, Selleriestange und Zwiebel in feine Würfelchen schneiden, Knoblauchzehe fein hacken. Für das Soffritto die Gemüsewürfel in Olivenöl langsam auf kleiner Flamme anschwitzen.
Das Hackfleisch hinzugeben und krümelig braten. Mit dem Weißwein ablöschen und diesen etwas einkochen lassen. Die geschälten Tomaten hinzufügen und das Ragù zugedeckt etwa eineinhalb Stunden bei milder Hitze köcheln lassen. Ab und an umrühren.


Weitere Zutaten...


  • 1 Aubergine
  • grobes Salz
  • Olivenöl extra vergine


Die Aubergine in Würfel schneiden, in ein Sieb legen, mit Salz bestreuen und eine halbe Stunde ziehen lassen. Dann die Auberginenwürfel abbrausen und mit Küchenpapier trockentupfen. In einer Pfanne Olivenöl erhitzen und die Auberginenwürfel anbraten. Aus der Pfanne nehmen und bis zur weiteren Verwendung auf Küchenpapier legen.






  • 2 hart gekochte Eier
  • 100 g Caciocavallo (italienische Käsesorte)
  • Olivenöl extra vergine
  • Semmelbrösel
  • 250 g Maglie siciliane (sizilianische Pastasorte, ersatzweise Sedanini)
  • Parmigiano Reggiano, frisch gerieben
  • ein paar Blätter Basilikum
  • grobes Salz


Den Backofen auf 180 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.
Eine Auflaufform mit etwas Olivenöl ausstreichen und Boden und Ränder mit Semmelbrösel bestreuen.
Wasser aufsetzen, wenn es zu kochen beginnt, grobes Salz und die Pasta hinzufügen. Pasta sehr "al dente" kochen (etwa 3 Minuten weniger als auf der Packung angegeben). Abgießen.
Die hartgekochten Eier und den Caciocavallo in Würfel schneiden.
Die Pasta zusammen mit dem Käse, den Eier- und Auberginenwürfeln sowie etwas Basilikum in die Pfanne zu dem Ragù geben. Vorsichtig untermischen, einen Deckel aufsetzen und bei milder Hitze den Käse kurz schmelzen lassen. Kontrollieren, damit nichts am Topfboden anbrennt.
Dann den Inhalt der Pfanne in die vorbereitete Auflaufform geben und großzügig mit geriebenem Parmigiano bestreuen. Für zwanzig Minuten in den Ofen schieben.





Literatur:
Andrea Camilleri, Il commissario Montalbano. Le prime indagini, Sellerie Editore Palermo, 2008. Zitat, *S. 184, **S. 250 (Die Übersetzungen ins Deutsche stammen von mir, wobei mir nicht alle sizilianischen Dialektausdrücke geläufig sind - besser gesagt, gar nicht.)
Stefania Campo, I segreti della tavola di Montalbano, Il leone verde Edizione, Torino, 2009
Anna Pomar, La cucina tradizionale siciliana, Ce.DI.L. S.r.L Gruppo Editoriale Brancato, 1994
Tobias Piller, Libera Terra auf Sizilien, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.05.2006





Endlich habe ich es wieder geschafft, einen Beitrag für den literarisch-kulinarischen Dauerevent für alle Leseratten von Shermin zu verfassen. Und wie der Zufall es will, dreht sich bei mir wieder alles um die sizilianische Küche.
Ich freue mich schon auf die Zusammenfassung im wunderbaren Blog "Der magische Kessel".


Schauspieler Luca Zingaretti bei der Verleihung des Filmpreises des
Clubs der Auslandspresse in Italien (Globo d'oro) im Juni 2015




♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Mittwoch, 7. Juni 2017

Mit Kräutertwist: Pane alle erbe aromatiche



Eigentlich bietet eine römische Wohnung, sofern sie unter dem Dachstuhl liegt, beste Entfaltungsmöglichkeiten für Hefeteig. Die sprichwörtliche Suche nach dem "warmen Ort" zum Gehen kann man sich sparen; man bleibt in der Küche. Unbedeutende Begleiterscheinungen wie das Schnippeln, Kochen und Backen bei Kunstlicht, auch wenn draußen die Sonne am stahlblauen Himmel strahlt, sollten dabei nicht stören. Satte 30 Grad Durchschnittstemperatur - da freut sich der Teig, und die Köchin arbeitet zügig.
So ein Kräuterbrot - knoblauch- und umamilastig (getrocknete Tomaten!) - eignet sich bestens als Grillbeilage nebst diversen Salaten.
Apropos Grillen in Italien. Natürlich wirft man auch hier mit Begeisterung eine schöne Fiorentina auf den Grill. Salsicce, der Länge nach halbiert, dürfen den Riesensteaks aus der Toskana dabei gerne Gesellschaft leisten. Aber bevorzugt genießt man das in einer ländlichen Trattoria, allenfalls im Ferienhäuschen in der Zeit um den Ferragosto herum. Duftspuren von Grillorgien, die von römischen Dachterrassen herüberwehen, wird man selten - nein niemals - erschnuppern können. Es bleibt uns Barbaren aus den Wäldern des Nordens vorbehalten, mit den ersten Sonnenstrahlen des Jahres auch auf dem winzigsten Balkon den Grill aufzustellen. Angrillen nennt sich das, und es geht meist einher mit dem erstmaligen Öffnen des Cabrioverdecks nach Silvester, also so ungefähr Mitte Februar. Über so etwas kann der Italiener nur den Kopf schütteln. Die fast schon kultige Verehrung des Grill-Rituals samt Hohepriester (Grillmeister) vor dem Altar (Grill), der mit einer Flasche Bier das Grillgut tauft, kenne ich in Italien so nicht.
Ich gebe zu: Wenn der kleine "Barbar" mit mir durchgeht, dann würde ich gerne auch mal wieder im Kreise von Freunden grillen. Zu gerne - und auch ein wenig wehmütig - erinnere ich mich an Grillabende im Garten meines Elternhauses, sehe meinen Vater mit dem Blasebalg die Holzkohle zum Glühen bringen, während meine Mutter wunderbare Salate auftischte. Dann kam die ganze Familie zusammen: Onkel, Tanten, Cousins. Das gehörte zum Sommer einfach dazu.
Heute würde ich noch das folgende Kräuterbrot beisteuern: Innen ist es so unglaublich fluffig und kräuterig, da könnte ich das ganze Brot pur wegnaschen und das Fleisch einfach links liegen lassen! Naja, vielleicht noch ein Salätchen dazu...




Zutaten
(für eine Kastenkuchenform)

Hefeteig

  • 500 g Manitoba-Mehl, Typ 0 + Mehl zur Verarbeitung
  • 15 g frische Hefe
  • 300 ml lauwarmes Wasser
  • 1 Tl Zucker
  • 3 El Olivenöl extra vergine
  • 10 g Salz


Die Hefe in dem Wasser auflösen, Zucker und Öl hinzufügen und einige Minuten ruhenlassen.
Das Mehl in eine Schüssel sieben, Salz hinzufügen und in die Mitte eine Mulde drücken. Die Hefemischung in die Mitte gießen und zunächst mit einer Gabel mit etwas Mehl verrühren. Nach und nach Mehl von der Seite unterrühren. Zum Schluss mit dem Knethaken zu einem glatten Teig verarbeiten.
Schüssel abdecken und den Teig an einem warmen Ort zwei Stunden gehenlassen.




Kräuterfüllung


  • 70 g gemischte Kräuter (Rosmarin, Thymian, Salbei)
  • 20 g getrocknete Kirschtomaten (oder normale Tomaten)
  • 2 Knoblauchzehen, möglichst junger Knoblauch
  • Abrieb einer unbehandelten Zitrone
  • Salz
  • 3-4 El Olivenöl extra vergine



Die getrockneten Tomaten gut abbrausen, gegebenenfalls einweichen (entfällt bei "halb"-getrockneten Tomaten.
Kräuter (Salbei vorsichtig dosieren!) waschen, trocknen, von den Stielen zupfen und mit dem Wiegemesser fein hacken. Tomaten ebenfalls zerkleinern.
Kräuter zusammen mit den Tomaten, den durchgepressten Knoblauchzehen, dem Zitronenabrieb und dem Olivenöl mischen und mit Salz abschmecken.


Fertigstellung


  • Mehl zum Ausrollen
  • Butter für die Form
  • Backpapier







Den gegangenen Teig nochmals durchkneten; er fällt dabei wieder zusammen. Dann auf einer bemehlten Fläche zu einem Rechteck ausrollen. Mit der Kräutermischung bestreichen und von der kurzen Seite her aufrollen.
Die Teigrolle in etwa zwei Zentimeter breite Stücke schneiden und diese in eine mit Backpapier ausgelegte Kastenkuchenform (vorher mit Butter einfetten, so hält das Backpapier besser) schichten. Mit einem Küchenhandtuch abdecken und nochmals 1-1,5 Stunden gehen lassen.
Den Backofen auf 200 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.
Das Brot für ungefähr 40 Minuten im vorgeheizten Ofen backen.





♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

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