Sonntag, 29. Januar 2012

Anelletti al Forno alla Siciliana



Sizilien überrascht immer wieder mit seinen Aromen und phantasievollen Gerichten. Noch immer begegnen dem Reisenden in dieser Region, die für mich zu den faszinierendsten  Italiens zählt, die Zeugnisse der verschiedenen Kulturen, die die Insel geprägt haben - in der Architektur, der Kunst, nicht zuletzt in der Küche.




Zu einem typisch sizilianischen Essen gehört, wie im übrigen Italien auch,  ein "Primo Piatto" - das in der Regel ein Pastagericht ist. Anelletti al forno alla Siciliana sind wegen ihrer doch etwas aufwendigeren Zubereitung ein typisches Sonntagsgericht. Die kleinen Ringelchen - Anelli oder Anelletti - sind auch ausserhalb Siziliens nicht leicht zu finden, wie ich erst kürzlich beim Einkauf feststellen musste. Anello bedeutet übrigens schlichtweg Ring und bezeichnet auch den, den man am Finger trägt.

Als ich das Gericht zum ersten Mal zubereitete, hatte ich mir diese spezielle Pastasorte aus Sizilien mitgebracht. Nun war ich erst kürzlich wieder in Palermo und habe dort diese Spezialität gegessen. Sofort weckte es die Lust, es selbst einmal wieder auf den Tisch zu bringen.
Heute ist Sonntag, und so werde ich die Anelletti al forno wieder einmal zubereiten. Allerdings kommt es wegen seiner Üppigkeit als Hauptgericht auf den Tisch.

 
Zutaten (für 4-6 Personen)


  • 200 g Rinderhack              
  • 1 kleine Zwiebel
  • 1 kleine Karotte
  • 1 kleines Stück Stangensellerie
  • 1 Knoblauchzehe
  • 2 Auberginen
  • 100 g gekochter Schinken (in 0,5 cm dicke Scheiben)
  • 150 g Erbsen (Tiefkühlprodukt)
  • 400 g Tomatenstückchen (Konserve) oder "Pelati" (geschälte Tomaten in der Dose)
  • Für die Béchamelsauce:                                                                             
  • 80 g Butter, 1 EL Mehl, 220 ml Milch, frisch geriebene  Muskatnuss,
  • 100 g Caciotta Affumicata (ersatzweise Mozzarella di Bufala)
  • Parmigiano Reggiano, frisch gerieben
  • Olivenöl extra vergine
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer
  • 250 g Anelletti

Zubereitung

Zunächst die Auberginen in kleine Würfelchen schneiden, mit Salz bestreuen und eine halbe Stunde ziehen lassen. Danach abbrausen und trockentupfen. Dieser Arbeitsgang soll die Bitterstoffe aus den Auberginen ziehen.
Die Zwiebel, die Karotte und den Stangensellerie schneide ich in feine Würfel, und den Knoblauch hacke ich ganz fein. In einer Pfanne wird dann etwas Olivenöl erhitzt und das Gemüse kurz anschwitzt. Das Rinderhack hinzugeben und krümelig braten. Die Tomatenstücke in die Pfanne geben, eine Tasse Wasser (oder Brühe) hinzufügen, salzen, pfeffern und eine Stunde bei geringer Hitze zugedeckt köcheln lassen. Ab und an umrühren.
Jetzt kommt der Schinken an die Reihe, den ich auch in feine Würfelchen schneide und mit den Erbsen zum Ragú gebe. Die Caciotta - ein halbfester Käse - in dünne Scheiben schneiden. Dieses Mal habe ich mich für geräucherten Käse entschieden, der dem Gericht noch eine feine Rauchnote geben soll, aber selbstverständlich schmeckt es auch mit "normalem".
Die Auberginen werden jetzt in Olivenöl frittiert, danach gebe ich sie auf Küchenpapier, damit überschüssiges Öl aufgesaugt werden kann.
Parmigiano reiben.
Die Pasta koche ich sehr "al dente"; es ist schwierig, dazu Angaben zu machen, sicher braucht man Erfahrung und "ein Händchen" dafür, um den optimalen Garpunkt zu erreichen. Das ist notwendig, denn sie soll ja nicht später im Ofen verkochen. Das Ragú mit den Erbsen und den Schinkenwürfeln vermischen, ein Drittel davon aus der Pfanne nehmen und zur Seite stellen, den Rest mit der Pasta vermischen.
Die Béchamelsauce zubereiten.
Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, den Ofen schon einmal auf 180 Grad (Ober- und Unterhitze) vorzuheizen.
Eine feuerfeste Form mit etwas Olivenöl auspinseln.

Die Hälfte der mit dem Ragú vermischen Pasta in die Form füllen, darauf die Auberginen, die Hälfte des Mozzarella und des Parmigiano geben. Den Rest der Pasta darübergeben, sowie das vorher zur Seite gestellte Ragú. Mit dem restlichen Mozzarella, dem Parmigiano und der Béchamelsauce bedecken und 30 Minuten im Ofen überbacken.


In der Zwischenzeit schon mal ein Fläschchen Wein öffnen, um die Wartezeit zu überbrücken. Natürlich empfiehlt sich einer der hervorragenden sizilianischen Rotweine, die zu meinen Favoriten zählen. 

Meine Weinempfehlung:

Regaleali
Nero d'Avola
aus dem Weingut Tasca d'Almerita







Buon Appetito!

♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Kommentare:

  1. Liebe Ariane!
    Eine wunderschöne und gelungene Seite. Ich werde sie mit großem Interesse weiter verfolgen und freue mich sowohl auf neue Rezepte, als auch auf italienische Impressionen.
    Gudrun (Österreich)

    AntwortenLöschen
  2. Liebe Gudrun,
    ganz herzlichen Dank für diesen Kommentar - der erste überhaupt auf der noch jungen Seite -, der mir Mut und Freude daran gibt, weiterzuschreiben!
    Liebe Grüsse aus Rom

    AntwortenLöschen
  3. Hi Ariane,

    ich werde das Gericht am Wochenende testen. Es sieht sowas von lecker aus das ich gar nicht anders kann als es auszuprobieen. Ich werde dir dann hier berichten wie es beim Göga und mir angekommen ist.

    Und ach ja, deine Seite finde ich echt klasse.

    Lieben Gruß
    grimmel14

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  4. Habe das grad auf Tobias Seite entdeckt. Sieht unglaublich lecker aus.
    herzliche Grüße
    Claudia von "Dinner um Acht"

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  5. Das freut mich, liebe Claudia! LG Ariane

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  6. UUpps, ich habe vergessen zu berichten. Es war echt toll und kommt bestimmt wieder auf denTisch, um es genauer zu sagen am nächsten Wochenende.

    Sag einmal ariane kann ich den Caciotta Affumicta auch durch scarmorza (habe ich hoffenlich richtig geschrieben) ersetzen statt mit Büffelmozzarella. Was meinst du ist besser?
    lg grimmel

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    Antworten
    1. Super, wenn das Gericht so gut ankam, dass es wieder auf Euren Tellern landet...
      Also, Scamorza ist ja eher "fester" als der Caciotta-Käse. Aber gerieben - warum nicht. Ich denke, das geht bestens.
      Berichte mal und schon im Voraus: Buon appetito!
      Ariane

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  7. Liebe Ariane,
    Deine Rezepte, wie auch dieses, sind einfach richtig gut. Heute zu meinem Geburtstag habe ich Anellini mit Mini Mozzarelli meinen Kindern serviert, sie waren begeistert, ich auch. Vielen Dank
    Heinz.

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    1. Das freut mich, lieber Heinz! Mit Mini-Mozzarella sieht das sicher auch sehr hübsch aus.
      LG Ariane

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  8. Hi Ariane, sag einmal kann es sein das italienische Öfen anders ticken als deutsche? Ich frage weil ich festgestellt habe das bei den Angaben die du gemacht hast bei mir hier der Käse garantiert nicht gratiniert. Oder hast du evt. Gasofen? Ich weiss ja inzwischen wie lange dieser super leckere Auflauf bei mir rein muss; aber evt. für andere Nachkocher schon wichtig.

    Schönen Abend noch
    lg
    Grimmel

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    Antworten
    1. Hallo grimmel,
      also, diese Anelletti hatte ich noch mit meinem alten Backofen gemacht (kein Gasofen, aber ich koche mit Gas). Aber es kann wirklich an den unterschiedlichen Backöfen liegen. Ich finde, mein jetziger hat irgendwie andere Backeigenschaften, an die ich mich erst noch gewöhnen muß.
      Schiebst Du es auch auf der mittleren Schiebeleiste in den Ofen? Diese Angabe hatte ich leider vergessen. Vielleicht liegt es auch am Käse? In D. scheint mir der Parmigiano immer schon sehr gereift; ich glaube, dann gratiniert er nicht so gut.
      Ich hoffe, ich konnte ein wenig helfen. Danke, ich finde solche Rückmeldungen gut und wichtig!!
      Liebe Grüße
      Ariane

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