Sonntag, 24. Juli 2016

Kräuterige Resteverwertung: Frittata alle erbe aromatiche



Weil es auf unserer Terrasse zu heiß für die Kräuterzucht ist, kaufe ich immer wieder Kräuter in kleinen Töpfen, die ich entweder in der Küche hin- und herschiebe oder auf eine Fensterbank stelle. Ein ideales Plätzchen hätten die Töpfe ja auf einem kleinen Tisch gefunden, aber da hatte ich die Rechnung ohne Kringel, meiner kleinen schwarzen Katze, gemacht.
Die fand das Grünzeug nämlich überaus verlockend, sprang stets auf den Tisch und naschte genüsslich.
Die Kräuter sind nun erneut auf eine unserer wenigen Fensterbänke umgezogen, Kringel bekommt Katzengras - und alle sind wieder zufrieden. Sollte man meinen - nur litten die Pflänzchen während unserer einwöchigen Reise nach Deutschland noch mehr als unter der Gier von Kringel, auch wenn eine liebe Bekannte ab und an die Töpfchen mit frischem Nass versorgte.
Ein wenig trocken geworden, konnte ich die verschiedenen Kräuter trotzdem noch für ein schönes, typisch italienisches Omelette verwenden. In kleine Quadrate oder zu Rauten geschnitten, findet man Frittate oft als Bestandteil gemischter Antipasti, besonders in der etwas einfacheren, ländlichen Küche. Auch kann man sie wunderbar zum Aperitif als Fingerfood reichen. Für uns war diese Frittata, begleitet von einem erfrischenden Tomatensalat, eine vollständige und leichte Mahlzeit bei der drückenden Hitze, die zur Zeit in Rom -  und vor allem in meiner kleiner Küche - herrscht. Ich habe eine relativ große Form genommen, so dass die Frittata ziemlich dünn ausgefallen ist. Wenn man sie höher möchte, einfach eine kleinere nehmen und eventuell die Backzeit um wenige Minuten verlängern.





Zutaten
(für zwei Personen; als Antipasto reicht die Menge für vier. Maße der Form: 23x30 cm)

6 Eier
1 Schalotte
3 El frische gehackte Kräuter
(Thymian, Rosmarin, Salbei, glatte Petersilie, Basilikum, Minze, Majoran)
1 El Butter + Butter für die Form
2 El Parmigiano Reggiano, frisch gerieben
2 El Panna da cucina (dicke italienische Kochsahne)
Salz, frisch gemahlener Pfeffer




Die Schalotte in kleine Würfelchen schneiden und in der Butter glasig anschwitzen. Abkühlen lassen.
Den Backofen auf 180 Grad vorheizen und die Form mit Butter ausstreichen.
Kräuter waschen, trockentupfen, von den Stielen zupfen und mit dem Wiegemesser fein hacken; man benötigt ungefähr drei El gehackte Kräuter.
Eier mit dem geriebenen Parmesan und der Sahne verquirlen. Kräuter und Schalotten hinzufügen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Eiermasse in die vorbereitete Form gießen und im Ofen ca. 15 Minuten backen (variiert je nach Größe der Form, also alles gut im Auge behalten!).
Die Frittata etwas abgekühlt in Stücke schneiden. Sie schmeckt lauwarm oder auch kalt.





♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Freitag, 8. Juli 2016

Sommerliche Röllchen: Involtini di Bresaola e Caprino



Wie alle Jahre wieder hat die römische Julihitze meine Küche in einen Glutofen verwandelt. Außerhalb unserer klimatisierten Wohnung ist es gar so schwülheiß, dass mir das Atmen schwerfällt. Leider ist die Küche der einzige Raum, in dem kein Klimagerät mehr Platz findet. Gekocht wird trotzdem - naja, fast immer. Aber gestern Abend gab es "kalte Küche" zum Fußballspiel, das ja leider das Aus für "die Mannschaft" nach sich zog. Trotzdem: Gut haben sie gespielt, unsere Jungs! Der französischen Mannschaft gratuliere ich zum Sieg, und ich werde ihr beim Endspiel am Sonntag die Daumen drücken.
Während des Spiels haben wir geschlemmt: Aus Kampanien mitgebrachte Büffelmozzarella sowie Scamorza affumicata, eine geräucherte Käsespezialität. Und Trüffelkäse ... und Weichkäse aus dem Piemont ... und Ziegenkäse - das alles stand zu Auswahl. Unser ganzer Kühlschrank ist voller Käse zur Zeit! Um den Ziegenkäse habe ich etwas Bresaola gewickelt, damit's nicht so auffällt mit dem Käsewahn, und alles mit viel Grünzeug und Vitaminen in Form von Orangen dekoriert.
Ihr seht schon: Meine Liebe zu Käse!
Es gibt so "Basics" im unserem Kühlschrank, die ich praktisch immer vorrätig habe. Neben diversen Käsesorten (darunter immer ein Stück Parmigiano), Oliven und getrockneten, in Öl eingelegten Tomaten horte ich oft auch die Schinkenspezialität Bresaola, mit der ich mir gerne eine schnelle und leichte Mahlzeit zubereite; gerade in den Sommermonaten. Der klassische Teller Bresaola, auch in römischen Restaurants auf fast allen Speisekarten zu finden, sieht dabei so aus.
Diesen mageren, luftgetrockneten Rinderschinken aus der Lombardei, ziehe ich gewöhnlichem Schinken oft vor. Schon als Kind liebte ich Bündnerfleisch, weil ich da keinen  Fettrand abpulen musste. Bresaola della Valtellina, so die korrekte Bezeichnung, schmeckt etwas milder als Bündnerfleisch, trotzdem ist die Verwandtschaft dieser beiden Spezialitäten offensichtlich. Das norditalienische Veltlin (Valtellina), Heimat dieser Spezialität, gehörte einst zu dem Freistaat der Drei Bünde im heutigen Gebiet von Graubünden, daher auch der Name Bündnerfleisch. Allerdings gibt es für die Bezeichnung auch andere etymologische Erklärungsversuche.
Für diese Röllchen bietet sich die geschmeidigere Bresaola an, die man gut zu Röllchen drehen kann und im Geschmack nicht so dominiert. Wer das etwas strenge Aroma von Ziegenfrischkäse nicht mag, kann auch einen italienischen Frischkäse aus Kuhmilch, wie etwa Robiola, verwenden.
Und fertig ist ein wunderbares Antipasto, passend für alle Jahreszeiten - oder eben ein leichtes Hauptgericht für heiße Tage.





Zutaten
(für vier Personen)

200 g Bresaola
250 g Ziegenfrischkäse
1 Orange
80 g Rucola
2 El Pistazienkerne, ungesalzen
2 El Olivenöl extra vergine
Salz, frisch gemahlener Pfeffer


Rucola waschen und trockenschleudern. Auf den Tellern verteilen.
Eine Scheibe Bresaola mit etwas vom dem Frischkäse bestreichen, eine zweite Scheibe darauflegen und ebenfalls mit Frischkäse bestreichen und dann die Scheibe aufrollen. Die fertigen Involtini in der Mittel quer halbieren und auf den Salat legen.
Orange filettieren, Saft auffangen. Pistazien grob hacken.
Orangenfilets auf den Tellern verteilen.
Aus dem Orangensaft, Olivenöl, Salz und Pfeffer eine Vinaigrette rühren und über die Röllchen und die Rucola träufeln. Mit den grob gehackten Pistazien bestreuen.


♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Mittwoch, 6. Juli 2016

Trostpasta für den "traurigen Italiener": Papiri con pesto di pistacchio e menta con zucchini e fiori di zucca



Der Schock sitzt tief, und er musste erst einmal verdaut werden. Doch jetzt gibt es einen Teller Trostpasta für den "traurigen Italiener". Über diesen Suchbegriff ist in diesen Tagen jemand auf meinem Blog gelandet.
Ihr habt es ja alle mitbekommen: die Italiener sind draußen. Wir haben ihre Niederlage am vergangenen Samstag auf Ischia miterleiden dürfen. Umgeben von Italienern inklusive der italienischen Bildungsministerin fieberten wir als einzige Deutschte mit - für "die Mannschaft" natürlich. Die Preisverleihung, zu der wir nach Ischia eingeladen waren, wurde nach hinten verschoben und somit zu einer nächtlichen Veranstaltung nach dem Fußballkrimi, bei dem es die sonst so förmlichen Italiener kaum auf den Sitzen hielt. Allein die Ministerin bewahrte Contenance.
Nun gibt es also, nach den Grissini, Pasta als zweiten Beitrag für den Blogevent von Peter vom Blog Aus meinem Kochtopf. Sicher gab es auch für die italienischen Spieler erst einmal einen großen Teller Pasta nach ihrer traurigen Rückkehr in die Heimat. Pasta hat ja so etwas Tröstliches! Vielleicht hätte ich als ersten Beitrag ein Pastagericht veröffentlichen sollen, denn eine gute Portion Kohlenhydrate hätte die "alten" Jungs der Squadra Azzurra vielleicht noch einmal zu Höchstform auflaufen lassen. (Könnte man mir jetzt als Taktik auslegen...)
Mister Kick hat übrigens immer noch nicht seinen Weg in die Ewige Stadt gefunden. Ich will ja keine Vorurteile schüren, aber italienische Post halt. Vielleicht ist Mister Kick auch nur einfach weiter ans Meer gereist und lässt es sich gutgehen. Vielleicht kommt er aber auch rechtzeitig zur nächsten Weltmeisterschaft an. Und der "traurige Italiener" hat dann hoffentlich sein Trauma auch wieder überwunden.




Zutaten
(für 2-3 Personen)

Pesto

120 g Pistazien
50 g geschälte Mandeln
30 g Parmigiano Reggiano, frisch gerieben
ein Händchen voll Basilikumblätter
ein Händchen voll Minzblätter + Blättchen für die Deko
Olivenöl extra vergine, ca. 130 ml
Salz, frisch gemahlener Pfeffer

Die Mandeln in einer beschichteten Pfanne kurz anrösten. Ein paar Pistazien zur Seite legen.
Die übrigen Zutaten in einem Mixer zu Pesto verarbeiten, dabei soviel Olivenöl hinzufügen, bis das Pesto geschmeidig wird. Es dürfen gerne noch ein paar gröbere Stückchen Mandeln und Pistazien vorhanden sein. Von dem Pesto verwendet man ungefähr 4-5 Eßlöffel. Der Rest hält sich, mit Olivenöl bedeckt, ein paar Tage im Kühlschrank frisch.

6 Zucchini mit Blüten*
Olivenöl extra vergine
Salz, frisch gemahlener Pfeffer

250 g Pasta, z.B. Papiri

Die Zucchiniblüten abtrennen, Stempel herausnehmen und Blüten unter fließendem Wasser säubern. Bis zur Verwendung in einem Schälchen mit kaltem Wasser aufbewahren; welke Blüten gehen dadurch wieder etwas auf.
Die Zucchini in Scheiben schneiden und in Olivenöl scharf anbraten. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Pasta al dente kochen, abgießen und in der Pfanne mit den Zucchini vermischen. Zucchiniblüten längs in Streifen schneiden und mit dem Pesto unter die Pasta heben.
Restliche Pistazien grob hacken und über die Pasta streuen. Mit ein paar Minzblättchen belegen.

Wieso die Pastasorte diesen ungewöhnlichen Namen hat, kann man hier erkennen:




*Wenn ich Zucchiniblüten verwende, so nehme ich für gewöhnlich die männlichen Blüten. Man erkennt sie an den Stielen, auch sind sie größer.

Männliche Zucchiniblüten


Weibliche Blüten sitzen an den Zucchini selbst. Leider sind sie oft schon verblüht, wenn sie auf den Markt komme. Aber dann entdeckte ich in einem Feinkostladen herrliche Exemplare.

Weibliche Zucchiniblüten



Blogevent EuropaKochen 2016 - Wir kochen uns durch Europa


♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Samstag, 25. Juni 2016

Warten auf Mister Kick mit königlichem Knabberkram für die EM: Grissini alle erbe aromatiche



Mister Kick ist mal wieder unterwegs. Bei vielen ist der kleine Fußballspieler zwar mittlerweile auch eingetroffen, nicht so aber bei mir. Mag ja sein, dass er auf seiner Reise Richtung Süden so manchen Zwischenstopp eingelegt hat. Vielleicht hat er sich auch verlaufen - oder woanders "ein Zuhause gefunden", euphemistisch gesprochen. Ich sage nur: Italienische Post!
Aber wer zum Kuckuck ist Mister Kick, werden sich einige nun fragen. Mister Kick ist ein kleines, kickendes Fußball-Männchen, das von Peter vom Blog Aus meinem Kochtopf  anlässlich der Fußball-EM vor einigen Tagen in alle Welt verschickt wurde. Natürlich ging da nicht nur ein einzelnes Männchen auf Reisen, sondern ebenso viele, wie es Teilnehmer am Blogevent von Peter gibt. Dass dieser Event schon Tradition hat, das könnt ihr bei Peter nachlesen. Nun bin ich zum ersten Mal auch dabei!
Zu gerne hätte ich Mister Kick inmitten meiner Kräuter-Grissini fotografiert. Habe gewartet und gewartet und dabei jeden Vormittag den Portier genervt, ob denn endlich ein Päckchen für mich angekommen sei.
Aber die Zeit drängt, in Kürze kommt unsere Nichte zu Besuch, und da möchte ich meine ganze Aufmerksamkeit doch lieber ihr widmen. Das Warten auf den kleinen Kicker versüße ich mir jetzt eben mit selbstgemachten Grissini! Diese knusprigen Brotstangen eignen sich hervorragend als Knabberkram, um die Nerven während eines spannenden Fußballspiels im Zaum zu halten. Apropos spannend, darf ich sagen, dass ich das letzte Spiel der Italiener gegen die Mannschaft von Irland nicht besonders aufregend fand... Aber vielleicht drehen die Azzurri ja erst beim nächsten Spiel richtig auf, und ich hoffe natürlich auch auf eine Begegnung Deutschland-Italien.


In Italien gehören die aus der Region Piemont stammenden Grissini in jedes Brot-Körbchen auf dem Esstisch. Und so ein Körbchen wird einem in Italien auch nicht unter der Nase weggezogen - oft sogar schon, bevor die Vorspeise aufgetragen wird, wie ich das in vielen, auch guten Restaurants in Deutschland schon erlebt habe. Es bleibt auf dem Tisch bis zum Dolce und wird im besten Fall auch immer wieder aufgefüllt.
Bessere Ristoranti bieten natürlich selbstgemachte Grissini an, nicht jene abgepackten, mageren Stängelchen, die man auch mit Essstäbchen verwechseln könnte. Grissini artigianali sind unregelmäßig geformt, haben somit knusprigere und auch dunklere Teile, was auf die Handgriffe bei der Herstellung zurückzuführen ist. Keinesfalls nämlich darf der Teig gerollt werden; man zieht die Grissini in ihre längliche Form - Grissini stirati a mano.
Die Bezeichnung Grissini (sing. Grissino) geht übrigens zurück auf eine piemonteser Brotspezialität, die ihrerseits eine längliche Form hat: Ghërsa. Erfunden wurden die knusprigen Grissini angeblich im Jahr 1679 von dem Hofbäcker Antonio Brunero nach Vorgaben des Arztes Teobaldo Pecchio. Sein Patient, der zukünftige König Vittorio Amadeo II (1666-1732), konnte nämlich normales Brot nicht vertragen; die Grissini waren erfunden. Wer sich heute über Popcorn knabbernde Sitznachbarn im Kino aufregt, dem sei gesagt, dass das kein Phänomen der letzten Jahre ist. Angeblich liebte König Carlo Felice di Savoia (1765 - 1831) diese Grissini so sehr, dass er sie stets in seiner Loge in der Oper von Turin knabberte.
Na also, und wir knabbern die eben beim Fußball!



Zutaten
(für mindestens zwei Fußballmannschaften)

500 g Mehl 00
15 g frische Hefe
10 g Salz
1 Tl Zucker
280 ml lauwarmes Wasser
50 g Olivenöl extra vergine + Olivenöl zum Verarbeiten
2-3 gehäufte El feingehackte frische Kräuter (Rosmarin, Thymian, Salbei)
Hartweizengrieß (Semola di grano duro rimacinata) zum Verarbeiten

Das Mehl in eine Rührschüssel sieben.
Die Hefe mit dem Zucker in etwas von dem Wasser auflösen. Salz in restlichem Wasser auflösen und das Olivenöl dazugießen.


Eine Mulde in das Mehl drücken und die gehackten Kräuter sowie die Hefemischung hineingeben. Mit dem Knethaken alles zu einem glatten Teig verarbeiten, dabei nach und nach das Öl-Wasser-Salz-Gemisch dazugießen. Zum Schluss den Teig mit den Händen weiter bearbeiten, bis er nicht mehr klebt; eventuell noch etwas Hartweizengrieß unterkneten




Hartweizengrieß auf eine Arbeitsfläche geben, den Teig darauflegen und ihn in eine rechteckige Form drücken. Mit etwas Olivenöl bestreichen, mit Hartweizengrieß bestreuen und mit einem sauberen Küchenhandtuch abdecken. Eine Stunde an einem warmen Ort gehenlassen.
Den Backofen auf 200 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen und Backbleche mit Backpapier auslegen.


Den Teigfladen einmal der Länge nach halbieren. Von jeder Hälfte etwas breitere Stücke abschneiden. Die Enden fassen und vorsichtig in die Länge ziehen; der Teig "baumelt" dabei nach unten durch.



Teigstangen auf die mit Backpapier ausgelegten Bleche legen und jeweils 20 Minuten im Ofen backen (die Menge reicht für vier Bleche). Etwas abkühlen lassen, dann zum vollständigen Abkühlen auf ein Kuchengitter legen.
Möglichst frisch genießen!





Blogevent EuropaKochen 2016 - Wir kochen uns durch Europa




♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Samstag, 18. Juni 2016

Ce petit quelque chose: Tarte Tatin aux abricots avec pistaches



Es wird mal wieder französisch auf meinem Blog, aber es ist eine italienische Zutat, Pistazien aus dem sizilianischen Bronte, die dieser französischen Tarte Tatin mit Aprikosen erst "ce petit quelque chose" verleiht.
Gestern hatte ich Marmelade eingekocht, nachdem mein Mann beim Frühstück dezente Hinweise auf das Schwinden der Bestände gegeben hatte. Jene wunderbare Aprikosen-Vanille-Marmelade, die auch ich so liebe, und es waren ein paar Aprikosen übriggeblieben. Saftige, vollreife Früchte, die sicher aber nicht noch einen Tag überstanden hätten, ohne unansehnlich, vielleicht sogar ungenießbar zu werden. Bei dem schwülen Klima, das zur Zeit in Rom herrscht, geht das nämlich ganz schnell, und lange Kühlschrankaufenthalte tragen schnell zu Aromaverlust bei.
Eine Tarte Tatin bot sich an. Tartes sind herrlich unkompliziert und schnell zubereitet, nur die Ruhezeit für den Mürbeteig verzögert die Herstellung ein wenig. Ich bevorzuge übrigens Mürbeteig, keinen Blätterteig, für diese Art von Kuchen. Bei folgendem Rezept ist zudem die Qualität der Pistazien für den Geschmack und auch die Optik entscheidend. Also bitte nicht auf jene giftgrünen, bereits gehackten Produkte zurückgreifen, sondern möglichst ganze, ungesalzene Pistazien verwenden; nun gut, ich gebe zu, dass ich da ein wenig Heimvorteil habe.
Eine gestürzte Tarte, so schlicht sie auch ist, wirkt stets raffiniert und krönt so manches schöne Essen als Dessert.




Zutaten
(für eine Tarte-Form von 28 cm Ø)


Mürbeiteig

200 g Mehl + Mehl zum Ausrollen
100 g kalte Butter
50 g Zucker
1 Prise Salz
1 Ei

Karamell

50 g Zucker
40 g Butter

30 g Pistazien, grob gehackt
650 g Aprikosen

Das Mehl in eine Schüssel sieben, in die Mitte eine Mulde drücken und das Ei hineingeben. Kalte Butter in Flöckchen auf den Mehlrand setzen, Zucker und Salz darüberstreuen und alles erst mit einem Messer grob zerhacken. Dann mit den Händen zu einem Mürbeteig kneten, in Folie wickeln und für zwei Stunden in den Kühlschrank legen.

Butter mit dem Zucker hellbraun karamellisieren und eine Tarte-Form damit ausgießen. Die gehackten Pistazien darüberstreuen. Aprikosen halbieren, entkernen und mit der Schnittfläche nach oben auf die Pistazien-Karamell-Masse setzen.
Den Backofen auf 200 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.

Den Teig aus dem Kühlschrank nehmen und in der Größe der Form auf etwas Mehl ausrollen. Dann die Teigplatte über die Aprikosen legen und die Ränder nach unten in die Form drücken.
Für ca. 25 Minuten in den Ofen schieben.
Danach die Tarte aus dem Ofen nehmen, etwas abkühlen lassen und auf eine Kuchenplatte stürzen.




♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

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